Absolventin, HFG Offenbach, Prof. Gunter Reski
In meiner künstlerischen Praxis setze ich mich mit der Konstruktion von Weiblichkeit in einer westlich geprägten Gesellschaft auseinander. Feministische Perspektiven und eine kritische Reflexion der Kunstgeschichte bilden den Kern meines Ansatzes. Im Zentrum meiner Arbeit steht der weibliche Körper, der seit Jahrhunderten als Projektionsfläche patriarchaler Vorstellungen und gesellschaftlicher Normen dient. Die Malerei erweist sich für mich als ideales Medium: Sie ist historisch eng mit der Darstellung des weiblichen Körpers verbunden und hat ihn immer wieder als allegorische Figur in Dienst genommen. Diese Tradition macht sichtbar, wie tief gesellschaftliche Erwartungen an Weiblichkeit in künstlerische Formen eingeschrieben sind, und unterstreicht die Notwendigkeit, diese Darstellungen neu zu verhandeln. Gleichzeitig nutze ich die Malerei, um meine eigenen Gefühle auszudrücken. Mich interessiert das behutsame wie auch konfrontative Herantreten an Körper und Objekte sowie deren Neuinszenierung, die bewusst irritiert und verstört. So entstehen Momente der Verfremdung, in denen Vertrautes fremd erscheint und neue Interpretationsräume eröffnet werden.