„Wann wird etwas zu einem Bild? Und was sehen wir ei- gentlich, wenn wir Bilder sehen? In ihren mit Prozessen des Digitalen hantierenden Arbeiten geht Ulrike Kazmaier der Frage nach, was passiert, wenn gerade die Momente sicht- bar werden, die sich unserer Wahrnehmung entziehen: kleine unscheinbare Spuren von etwas, Raster, Farbveränderungen oder schlicht Entitäten, die wir als ›Glitches‹, als Störungen oder bloße Funktionsdinge lesen. In ihrem künstlerischen Er- forschen lässt Kazmaier Objekte entstehen, die immer schon Übergangsobjekte sind: fellige, glatte, intime, eingekerbte, raue, gerasterte, flimmernde, skalierte Dinge in Transition. Es sind skulpturale Arbeiten, Zeichnungen, Fotografien, Wand- objekte, die einerseits von Verweisen des Technisch-Digitalen heimgesucht werden, andererseits aber stets undefiniert blei- ben. Mit Hans Blumenberg gesprochen zeigen sich Kazmaiers Arbeiten als ›objets ambigus‹, als Objekte, die sich einer ein- deutigen Zuordnung widersetzen und dadurch umso mehr eine grenzenverhandelnde Unruhe auslösen. In ihrer Unbestimmt- heit verführen sie zum Anfassen, Erproben und Be-greifen: sie verflechten das Auge und die Hand unabdingbar miteinander (…).“ Svetlana Chernyshova
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