Suah Im

Suah Im (*1988 in Bucheon, Südkorea) lebt und arbeitet in Berlin und Stuttgart. Sie studierte Bildende Kunst mit Schwerpunkt Installation an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (Diplom 2019) und war Meisterschülerin für Experimentellen Film und Medienkunst an der Universität der Künste Berlin. 2024/25 widmete ihr das Kunstmuseum Stuttgart mit FRISCHZELLE_31 ihre erste institutionelle Einzelausstellung; zuvor zeigte sie u. a. Entropy im EIGEN+ART Lab, Berlin (2023). Ihre Arbeiten waren darüber hinaus bei EIGEN+ART in Leipzig, auf der Positions Berlin Art Fair und im Seoul Olympic Museum of Art zu sehen. Sie wurde vielfach gefördert, u. a. mit dem Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg (2024), einem Residenzstipendium der Cité internationale des arts Paris (2025) sowie dem Stipendium der Stiftung Kunstfonds (2026). Ihre Werke befinden sich u. a. in der Sammlung des Kunstmuseums Stuttgart.

In meiner Arbeit erforsche ich, ausgehend von der Erfahrung der Migration und des kulturellen Übergangs sowie der Anpassung an sich stetig verändernde, unmittelbare Umgebungen, den Ursprung des ‚Ich‘ sowie die Verwandlungsfähigkeit und Vielschichtigkeit von Identität. Ich setze mich dabei mit Herausforderungen und der Überwindung von Grenzen und Restriktionen auseinander. Unter Rückgriff auf traditionelle koreanische Mythologien, interkulturelle Schnittstellen sowie daoistisches und buddhistisches Denken reflektiere ich die Fragilität zeitgenössischen Seins und suche nach alternativen Formen.

Die in meinen Arbeiten wiederkehrenden Figuren – etwa die Ameise, die Knoblauchnase oder die Bärenfrau –, Körperteile wie Haare und Nasen, fragile und weiche, doch mit Epoxidharz versteifte Stoffe, aber auch zeichnerische Elemente sowie der reale, performende Körper fungieren im Raum wie ein visuelles Alphabet. Die einzelnen Elemente der Arbeiten besitzen als Zeichen zwar eigenständige Bedeutung, verbinden und transformieren sich im Sinne einer multimedialen Strategie, die installative Situationen, Performance, Video, kinetische Objekte und Zeichnung miteinander verschränkt, jedoch zugleich auf komplexe Art und Weise. Sie bilden ein eigenes Zeichensystem aus, das im Raum immer wieder neue Kontexte und Erzählungen – gleichsam neue ‚Sätze‘ – hervorbringt.

Die Wahl des Mediums folgt dabei keiner starren Form, sondern verändert sich flexibel entsprechend der Fragen, die jede Arbeit aufwirft – etwa nach der Symbolik der Objekte, ihrer jeweiligen Bedeutung und den Beziehungen, die sie miteinander eingehen. Raum ist hier insofern nicht lediglich ein Ort, an dem Werke platziert werden, sondern eine dynamische Bühne der Gegenwart, in die der reale Körper mit seinen Handlungen eingreift. Die Zeichnungen und skulpturalen Objekte sind dabei nicht von der jeweiligen Performance zu trennen; sie beeinflussen sich gegenseitig und erzeugen gemeinsam eine lebendige, räumliche Situation und immer neue narrative Konstellationen.

Ausstellungsansicht FRISCHZELLE_31: Suah Im, Kunstmuseum Stuttgart, 2024/25

Ausstellungsansicht FRISCHZELLE_31: Suah Im, Kunstmuseum Stuttgart, 2024/25

Entropy, Ausstellungsansicht, EIGEN+ART Lab, Berlin, 2023